Neue Formen des Ausgleichsmanagements durch Regionale Kompensationspools - Vorortaktion des CDU Bezirksfachausschuss Ländlicher Raum und Landwirtschaft Württemberg-Hohenzollern zum Thema Flächendruck

Grund und Boden sind nicht vermehrbar und die Flächenkonkurrenz zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und Infrastruktur-, Siedlungs-, Energie,- und Ausgleichsflächen steigt. Die Vorortaktion des Bezirksfachausschusses Ländlicher Raum und Landwirtschaft unter Leitung des Vorsitzenden Paul Locherer aus Amtzell sollte diesen Spannungsbogen in Herdwangen-Schönach   beleuchten und Lösungsansätze aufzeigen. Organisiert vom örtlichen Landtagsabgeordneten Klaus Burger stellten Wilfried Franke vom Regionalverband und Thomas Schmid von der Hofgemeinschaft Heggelbach die dortige Agrophotovoltaik-Versuchsanlage vor. Unter den Gästen waren der Vizepräsident des Landtags Wilfried Klenk MdL, Bürgermeister Ralph Gerster, Gerhard Glaser, Vizepräsident des Landesbauernverbandes, der Leiter der Energieagentur Oberschwaben Walter Göppel sowie Mitglieder des Fachausschusses.

 

Die Pilotanlage erlaubt in lichter Höhe Solarstromerzeugung und darunter Ackerbau oder Weidewirtschaft. Auf dem 140 mal 30 Meter großen Feld mit einer Leistung von 195 KW (Strom für 60 Familien) wird mit Unterstützung und Begleitung des Fraunhofer - Instituts in Freiburg geklärt, ob durch die in 6 Meter Höhe angebrachten Solarzellen das Pflanzenwachstum beeinträchtigt wird.

Das Agrophotovoltaik Experiment gibt Hoffnung dem drohenden Delta mit Vollzug der Energiewende zu begegnen und ";doppelt" regionale Wertschöpfung zu generieren. Die Konkurrenzsituation Lebensmittelerzeugung gegen Flächenphotovoltaik wird dabei größtenteils aufgelöst. Besonders charmant erscheint diese Form der regenativen Energieerzeugung im Zusammenhang mit Hopfenanlagen und mit dem Hagelschutz im Ostbau. "; In ein bis zwei Jahren wissen wir mehr", so Stefan Schindele vom Fraunhofer-Institut, der die Versuchsanlage wissenschaftlich begleitet.

Was allerdings jetzt schon Fakt ist, dass es angesichts der Flächenknappheit für viele staatliche und kommunale Infrastrukturmaßnahmen immer schwieriger wird, den dafür geforderten naturschutzrechtlichen Flächenausgleich darzustellen. Verbandsdirektor Franke hat deshalb für 14 Kommunen und zwei Landkreise den Regionalen Kompensationspool Bodensee-Oberschwaben (ReKo) entwickelt, um auch hier dem Flächendruck zu begegnen. Wilfried Franke: ";Manche notwendige Infrastrukturmaßnahme kann deshalb zukünftig an der fehlenden Ausgleichsfläche scheitern, wenn uns keine zielführenden Lösungen einfallen." So umfasst der Kompensationspool zum Beispiel regionale Moorflächen, durch deren Aufwertung der naturschutzrechtliche Ausgleich gesichert wird, ohne die Wegnahme wertvoller landwirtschaftlicher Flächen für diesen Zweck in Kauf nehmen zu müssen. Hinsichtlich der Pflege solcher Ausgleichsflächen zeige die Formel ";Pflege vorhandener Natur- und Landschaftselemente aus bäuerlicher Hand" zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für die Landwirtschaft auf und durchbreche so die Gewinner-Verlierer-Problematik , so MdL Klaus Burger.

Der Fachausschuss will mit diesem Thema am Ball bleiben und sich sowohl beim Land als auch beim Bund dafür einsetzen, den Flächendruck durch die Förderung innovativer technischer Möglichkeiten und durch eine Veränderung der naturschutzrechtlichen Bestimmungen herauszunehmen. Der Vorsitzende Paul Locherer zum Abschluss: ";Hier muss endlich der Druck aus dem Kessel"!

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