Die CDU im Bezirk Württemberg-Hohenzollern kann aus der vergangenen Bundestagswahl in eigener Sache ein durchaus positives Resumée ziehen: in allen sieben Wahlkreisen im Bezirk konnten die CDU-Kandidaten das Direktmandat gewinnen.

Folgende Kandidaten haben die Wahlkreise im Bezirk Württemberg-Hohenzollern errungen:
Wahlkreis Reutlingen Michael Donth MdB
Wahlkreis Tübingen Annette Widmann-Mauz MdB
Wahlkreis Ulm Ronja Kemmer MdB
Wahlkreis Biberach Josef Rief MdB
Wahlkreis Bodensee Volker Mayer-Lay MdB
Wahlkreis Ravensburg Axel Müller MdB
Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen Thomas Bareiß MdB

Dabei befindet sich unter den CDU-Kollegen ein neu gewählter Abgeordneter: Volker Mayer-Lay für den Bodensee-Wahlkreis. Die weiteren Gewählten konnten alle ihr Direktmandat halten und waren bereits in der vorangegangenen Legislatur Mitglieder des Deutschen Bundestages.

Neben der Freude über die Direktmandate, ist da natürlich auch die Enttäuschung über das Gesamtwahlergebnis der CDU bei den Zweitstimmen. „Da gibt es eigentlich nichts schön zu reden.“, so der CDU Bezirksvorsitzende und ebenfalls wieder direkt gewählter Abgeordete Thomas Bareiß MdB. „Einerseits sind wir sehr froh, dass wir unsere guten und fleißigen Direktkandidaten alle gut haben platzieren können und sie mit soliden Ergebnissen über dem Landes- bzw. Bundestrend gewählt wurden und sie so für ihren intensiven Wahlkampf und ihre Präsenz in den Wahlkreisen belohnt wurden. Andererseits ist es auch eine bittere Enttäuschung für uns, dass wir die Wählerinnen und Wähler nicht auch von der Zweitstimme für die CDU haben überzeugen können.“

Zur Aufarbeitung der Wahlergebnisse kam der CDU Bezirksvorstand kuzfristig am Donnerstag zusammen. Der einhellige Tenor war, dass die Erneuerung in der eigenen Partei nun dringend stattfinden müsse, nachdem die CDU in Baden-Württemberg auch bei den vorangeangenen Wahlen unter den eigenen Erwartungen abgeschnitten hatte. Dabei müsse sich die CDU vor allem mit den eigenen Inhalten beschäftigen. Es sei im Bundestagswahlkampf nicht gelungen, die Visionen und Ideen der CDU für Deutschland den Bürgerinnen und Bürgern nahe zu bringen. „Da müssen wir besser werden, das zeigt uns das Ergebnis ganz deutlich. Außerdem ist es mir wichtig, dass wir uns nicht weiter mit Personalentscheidungen aufhalten und selbst blockieren.“, so Bareiß.

Der CDU Bezirksvorstand war über die Frage der Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen am Donnerstag in der einberufenen Sitzung einer einheitlichen Meinung: eine Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP wird bevorzugt, aber nicht um jeden Preis. Man müsse die inhaltlichen Überzeugungen der CDU hochhalten und diese nicht für die Möglichkeit der Regierungsbeteiligung und Stellung des Kanzlers aufgeben. Darüber hinaus solle nicht vergessen werden, dass bei vielen Wahlen der vergangenen Jahrzehnte nicht immer die stärkste Partei auch den Bundeskanzler oder Ministerpräsidenten stellte. Dazu sagte Bareiß abschließend: „Die CDU muss sich nicht verstecken und sich automatisch in der Rolle der Opposition sehen. Dass wir im Interesse unseres Landes mit an der besten Lösung für eine Regierung arbeiten wollen, ist daher nicht verwerflich.“

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