Die FAZ hatte zuletzt aus einem internen Gutachten zu den verheerenden Zuständen an den Gemeinschaftsschulen berichtet und den bildungspolitischen Kurs der Landesregierung als "Schwäbisches Himmelfahrtskommando" bezeichnet. Der FAZ-Artikel zitiert aus einem Gutachten, das die Mängel am einstigen Vorzeigeprojekt der Gemeinschaftsschule in Tübingen schonungslos offenlegt. Gestern hat Kultusminister Stoch nun mitgeteilt, die FAZ deshalb vor Gericht auf Unterlassung verklagen zu wollen.
"Das durch die FAZ bekannt gewordene Gutachten hat die Landesregierung ins Mark getroffen und gleichzeitig unsere schlimmsten Erwartungen zum verheerenden Bildungskurs der Landesregierung bestätigt. Im Grunde handelt es sich um einen Hilferuf von Schülern, Eltern und Lehrern, dieses Experiment zulasten aller Beteiligten zu beenden und zu einem seriösen Bildungsangebot zurückzukehren. Und dieser Hilferuf kommt von Pädagogen, die die Idee der Gemeinschaftsschule ursprünglich gut fanden und sich persönlich zunächst stark für sie eingesetzt hatten." so Thomas Bareiß MdB, Bezirksvorsitzender der CDU im Regierungsbezirk Tübingen. 
"Anstatt dass der Kultusminister nun handelt, den Sachverhalt ehrlich aufarbeitet und den Kurs korrigiert, will er jetzt den Überbringer der schlechten Nachricht, die FAZ verklagen. Offenbar darf nicht berichtet werden, was nicht sein darf. Eltern, Schüler und Lehrer haben aber ein Recht auf Aufklärung und einen Anspruch darauf, dass Fehler eingestanden und korrigiert werden. Stattdessen betreibt die Landesregierung Medienschelte - ein Armutszeugnis für einen Kultusminister, der offenbar alle Hände voll zu tun hat, den Deckel auf dem Kessel zu halten, aber nicht die Ursachen angeht." so Bareiß weiter.

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