"Mit der Einführung der Einheitsschule an 34 Standorten im Land bringt die Landesregierung nun endgültig einen tragenden Eckpfeiler unseres bisher sehr erfolgreichen Bildungssystems in Baden-Württemberg ins Wanken", so der CDU-Bezirksvorsitzende Thomas Bareiß zur Schulreform der Landesregierung.

Dabei wird eine neue Schulform angeboten, in der alle Schüler, je nach Modell auch von Klasse 1 bis 13, gleich welcher Begabung oder Neigung in einer Klasse unterrichtet werden. Die neuen Versuchsschulen setzen dabei vor allem auf den bisherigen Haupt-und Werkrealschulen auf. Auf diesem Bildungsweg sollen dann aber nach 13 Jahren möglichst viele Schüler der Einheitsschule das Abitur erwerben. Im Regierungsbezirk Tübingen sind zunächst Schulstandorte in Tübingen, Bad Urach, Amtzell, Eglofs, Bergatreute, Riedlingen, Stetten am kalten Markt und Waldorfhäslach betroffen.

"Nach Abschaffung der Grundschulempfehlung haben damit die Eltern die Wahl, ihr Kind entweder auf leistungsstarke Gymnasien oder aber auf die neuen Einheitschulen zu schicken, wo sie eventuell ein "Abitur Light" erwerben können. Solange die Landesregierung die bisherigen Gymnasien nicht vollends abschafft, wird möglicherweise der Wettbwerb um gute Bildung von allein für ein Scheitern dieses Schulversuches sorgen. Zudem wären die Realschulen der große Verlierer in der gesamten Konzeption - gerade hier wurden in Baden-Württemberg bislang sehr gute Ergebnisse erzielt", so Bareiß.

"Letztlich erreichen wir durch solche Maßnahmen zwar einen starken Anstieg der Abiturientenzahlen - dies jedoch um den Preis, dass das Abitur immer weiter an Aussagekraft und Qualität verliert. Wir brauchen aber weiterhin Abschlüsse, die unseren Schülern bundesweit und weltweit gute Startchancen ermöglichen", so Bareiß.

"Wenn wir uns auf diese Weise immer weiter vom Leistungsprinzip verabschieden, gefährden wir die Attraktivität und den Bestand unseres staatlichen Schulsystems sowie unseres erfolgreichen Wirtschaftsstandorts. Ich möchte nicht, dass gute Bildung wie bereits in vielen anderen Ländern, künftig nur noch an teuren Privatschulen angeboten wird", betonte Thomas Bareiß MdB.
"Unser differenziertes Schulsystem mit Gymnasium, Realschule, Werkrealschule und Hauptschule führt bislang bundesweit zu Spitzenergebnissen. Grün-Rot ist nun drauf und dran, mit Bildungsexperimenten, die anderswo längst bitter gescheitert sind, auf dem Rücken der Schüler und Eltern dieses Erfolgsmodell abzuschaffen - damit entsteht landesweit ein bildungspolitischer Flickenteppich", so Bareiß MdB weiter.
?Aus unserer Sicht ist entscheidend, dass jeder Schüler individuell nach seiner persönlichen Neigung und Entwicklung ein passendes Angebot bekommt. Die Grün-Rote Regierung ist deshalb gut beraten, an dem erfolgreichen Bildungsangebot im Land möglichst wenig zu ändern. Bildung muss in unserer Region weiterhin Spitze bleiben!?, forderte Bareiß abschließend.

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