"Bereits nach wenigen Monaten der Schulreform zeigen sich tiefgreifende Einschnitte in unser bislang sehr erfolgreiches Schulsystem. Vor allem im Bereich der Gemeinschaftsschule wird bislang nicht offengelegt, welche Kinder sich diese Schulart ausgesucht haben, bzw. mit welcher Grundschulempfehlung die Kinder diese Schulart gewählt haben.

Von einem Erfolg des längeren gemeinsamen Lernens an den Gemeinschaftsschulen kann aber nur dann gesprochen werden, wenn auch genügend Schüler mit Realschul- und  Gymnasialempfehlung diese Schulart gewählt haben. Dies ist aber gerade angesichts der bewussten Verschleierung der Schülerströme durch das Kultusministerium zu bezweifeln. Vielmehr ist zu erwarten, dass aus verständlichen Gründen künftig kaum ein Kind mit einer Empfehlung fürs Gymnasium oder die Realschule die Gemeinschaftsschule wählt, sondern das allgemeinbildende Gymnasium bzw. die Realschule bevorzugen wird", so der CDU Bezirksvorsitzende Thomas Bareiß.
 
"Mit anderen Worten, Eltern und Kinder werden von alleine über Erfolg und Misserfolg dieses Schulversuches entscheiden. Allerdings müssen diese Entwicklungen jederzeit vollkommen nachprüfbar sein. Der CDU Bezirksverband wird daher die CDU-Landtagsfraktion ersuchen, eine parlamentarische Anfrage zu starten, um hier Transparenz herzustellen", so Bareiß MdB.

"Zudem führt insbesondere der Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung bislang zu sehr unübersichtlichen Schülerströmen. Auch hier kritisieren wir die mangelnde Transparenz und Verschleierung dieser Vorgänge durch das Kultusministerium. Dieses hat den aufnehmenden weiterführenden Schulen jüngst ausdrücklich untersagt hat, sich die Grundschulempfehlung überhaupt vorlegen zu lassen. Dies wird dazu führen, dass die weiterführenden Schulen in den ersten Klassenstufen in eine aufwändige Diagnosephase einsteigen müssen, die entbehrlich wäre, wenn man an der Schnittstelle von Grundschule zu weiterführender Schule sinnvoll auf die Erfahrungen der Grundschullehrer zum Wohl des Kindes aufbauen könnte", so Stefanie Bürkle, Vorsitzende des CDU Bezirksfachausschusses Bildung und WIssenschaft und Mitglied im CDU Landesvorstand.

"Damit geht dieser Erfahrungsschatz der Pädagogen an den Grundschulen, die die Kinder oft über Jahre kennen, künftig verloren. Stattdessen müssen die Schülerinnen und Schüler im schlimmsten Fall nach 2 - 3 Jahren Orientierungszeit in großer Zahl wieder aus ihrem gewachsenen Umfeld herausgenommen und an eine Haupt- oder Werkrealschule verwiesen werden", so Bürkle weiter.

"Auch der vom Kultusministerium vor Ostern verhängte Maulkorb an die Schulleiter im Hinblick auf die Anmeldezahlen für das 9jährige Gymnasium (G9) passt so gar nicht in  das Bild einer Politik des Gehört Werdens - sehr wohl aber in das Bild einer sich verbarrikadierenden Kultusministerin. Wir fordern die Landesregierung deshalb auf, öffentlich zu machen, welche dramatischen Veränderungen derzeit an unseren Schulen stattfinden", ergänzt Bareiß.

"Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, hiervon zu erfahren, bevor diese Entwicklungen vollkommen unumkehrbar geworden sind. Andernfalls droht eine Reform, die am Ende auf dem Rücken unserer Schülerinnen und Schüler ausgetragen wird. Zudem sehe Ich hier die Gefahr, dass am Ende dieser Entwicklung eine schwache staatliche Einheitschule einerseits und leistungsstarke Privatschulen andererseits stehen werden", betonte Bareiß abschließend.

Anmerkung:

Die Landesregierung hat die bislang verbindliche Grundschulempfehlung für Gymnasium, Realschule, Werkrealschule bzw. Hauptschule abgeschafft. Dennoch erstellen die Grundschullehrer weiterhin am Ende von Klasse 4 eine solche Empfehlung, diese ist nunmehr aber nicht mehr bindend. Im Ergebnis entscheiden die Eltern nun vollkommen unabhängig von dieser Empfehlung, welche Schulart sie für ihr Kind bevorzugen.

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