Im Marmorsaal des Aulendorfer Schlosses feierten am 6. Januar bis zu 200 Gäste den 70. Gründungstag der CDU Württemberg-Hohenzollern. Ort und Datum der Feierlichkeit waren aus gutem Grund gewählt worden, so der Bezirksvorsitzende Thomas Bareiß, MdB in seiner Begrüßung: Denn exakt vor 70 Jahren wurde die CDU Württemberg-Hohenzollern am Dreikönigstag unter anderem durch ihren Gründungsvater Franz Weiß in Aulendorf ins Leben gerufen.

Weiß, der Großvater des CDU-Landesfraktionsvorsitzenden und Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Gblogido Wolf, war von 1946 bis 1948 Vorsitzender der CDU Württemberg-Hohenzollern. Bareiß zollte dem ersten seiner Vorgänger großen Respekt: Ein wichtiger und mutiger Schritt sei es in der frühen Nachkriegszeit gewesen, eine neue Partei zu konstituieren. Die Gründung sei ein Signal an die Menschen in Südwürttemberg gewesen, dass es christliche, demokratische und soziale Kräfte gebe, die gewillt seien Verantwortung in Staat und Gesellschaft zu übernehmen.

";Heute treffen Geschichte und Zukunft unserer Partei zusammen", so Thomas Bareiß mit Blick auf Ehrengast Gblogido Wolf, den Enkel des Gründungsvorsitzenden Weiß, ";Sie sehen, die CDU ist lebendige Familienpartei." CDU-Spitzenkandidat Wolf, einer der beiden Festredner, konnte einen sehr persönlichen Einblick in Politik und Leben seines Großvaters geben und verband Anekdotisches mit einem geschichtlichen Überblick über die frühen Jahre der CDU Württemberg-Hohenzollern. Sein Resümee: ";Ohne die Arbeit der CDU in den letzten 70 Jahren wäre diese Region und damit auch unser Bundesland heute nicht so erfolgreich." Sein Appell, das grün-rote ";Intermezzo" am 13. März durch einen erfolgreichen Wahlausgang zu beenden, weil es diese Erfolgsgeschichte konterkariere, wurde mit großem Applaus der zahlreich anwesenden Abgeordneten aus Europa-, Bundes- und Landesparlament sowie von den Gästen aus den acht Kreisverbänden Württemberg-Hohenzollerns bedacht. Besonders die Tatsache, dass die CDU nicht nur die Großstädte im Blick habe, sondern auch im ländlichen Raum stark verwurzelt sei, würde demonstrieren, dass die CDU eine Volkspartei und nah am Bürger sei. ";Andere reden vor allem davon, mehr auf die Bevölkerung zu hören, wir reden jeden Tag mit den Bürgerinnen und Bürgern", stichelte Wolf gegen Landesregierung und Ministerpräsidenten.

Auch der ehemalige CDU-Generalsekretär Dr. Heiner Geißler kam zunächst auf die Historie des Bezirksverbandes zu sprechen. Unter anderem neben Erwin Teufel war Geißler Mitbegründer der Jungen Union Rottweil im Jahr 1956, damals noch zu Württemberg-Hohenzollern gehörend. Geißler, der von 1961 bis 1965 Landesvorsitzender der Jungen Union Baden-Württemberg war, amüsierte die anwesenden Gäste mit zahlreichen Anekdoten insbesondere aus seiner frühen politischen Karriere, bevor er nochmal die Bedeutung der CDU Württemberg-Hohenzollern für die Region betonte. Geißler wies darauf hin, dass Streit in einer Demokratie gut und wichtig sei: Nur durch Diskussion und Abwägung verschiedener Argumente könne das Beste für die Bürgerinnen und Bürger im politischen Prozess erlangt werden - eine einzige Wahrheit gebe es auch in der Politik nicht. Neben dem Dialog sei aber auch das christliche Menschenbild als Werterahmen wichtig, der einerseits Freiheit ermöglicht und andererseits zu Verantwortung verpflichtet. Abzulehnen sei hingegen jede Form von Fundamentalismus. Geißler betonte am Schluss seiner Rede die Notwendigkeit zurück zur Sozialen Marktwirtschaft im Sinne Erhards zu kommen und sprach sich vehement für eine umweltbewusste, nachhaltige Handlungsmaxime der Politik aus.

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